Adieu Westphalia, ich eil´nach Corsica

Entstehung des Königreiches

Das Königreich Westphalen entstand 1807 durch den Frieden von Tilsit
aus verschiedenen Ländern (Herzogtümer, Grafschaften, usw.) durch Napoleon Bonaparte, der die Grenzen der durch ihn eroberten Gebiete beinahe willkürlich festlegte aus dem Kurfürstentum Hessen, dem Herzogtum Braunschweig, dem Fürstentum Osnabrück und den Hannoverschen und Preußischen Gebieten westlich der Elbe. Zur Hauptstadt wurde Kassel, welches vorher Hauptstadt Kurhessens gewesen war. Regieren sollte es der jüngste Bruder Napoleons, Jérôme Bonaparte.
Der Staat sollte als Modellstaat für andere Staaten oder Länder dienen, vor allem indem er das gesamte Rechtssystem in Form der ersten aufgeschriebenen Verfassung erneuerte und das erste Parlament nach Deutschland brachte. In dem neuen Parlament saßen vom ehemaligen Grafen bis zum Bauern Vertreter aus fast allen Bevölkerungsschichten.

Das Königreich Westphalen war, wie es in Frankreich üblich war, in „Départements“ eingeteilt, 1807 bestand der Modellstaat aus dem:
Elbe-Département,
dem Fulda-Département,
dem Hartz-Département,
dem Leine-Département,
dem Oker-Département,
dem Saale-Département,
dem Werra-Département und dem Weser-Département.

Auf den Karten anbei ist einmal das Königreich Westphalen im Zustand von 1807 zu sehen und auf der anderen Karte ist das Königreich über eine Karte des heutigen Deutschlands gelegt.

Bilder von: Putzger – Historischer Weltatlas, 89. Auflage, 1965,
Museumslandschaft Hessen-Kassel