Jérome Bonaparte in Luxuriösen Gewändern

Morgen wieder lustik?!

"Morgen wieder lustik …?!" rief Jérôme Bonaparte lachend seinen Begleitern zu, wenn er zu später Stunde eines der rauschenden Feste verließ, die Nacht für Nacht das Schloss Wilhelmshöhe bei Kassel erstrahlen ließen.

Er war der Bruder Napoleons und wurde von dessen Ruhm in die Höhe einer Stellung getragen, die weder sein Geist noch sein Charakter auszufüllen imstande waren.

Die Hessen nannten den ihnen von Napoleon aufgezwungenen Herrscher "König Lustik", denn nach einem Theaterstück, rief er nicht „bravo“, sondern "lustik, lustik demain encore lustik", das war das einzige deutsche Wort, das er kannte.

Jérôme ging 1803 die Ehe mit Prinzessin Katharina von
Württemberg ein.

Im Jahre 1807 vereinigte Napoleon preußische Gebiete links der Elbe, Kurhessen, Braunschweig und das südliche Hannover zum Königreich Westphalen und setzte seinem jüngsten Bruder die Krone auf.

Der gutmütige, aber gedankenlose Leichtsinn des neu gebackenen Monarchen machte die Hauptstadt Kassel und das Schloss Wilhelmshöhe zu einer lächerlichen Residenz.

Anfangs war seine Verschwendungssucht so enorm, dass er mehr Geld ausgab als alle anderen Herrscher der Provinzen Napoleons.

Er ging nach dem Sturz seines Bruders unbehelligt in die Schweiz, lebte dann mit seiner ihm treu gebliebenen Frau in Süddeutschland und Italien.

Erst die Thronbesteigung Napoleons III. führte ihn nach Frankreich zurück.

Das Luxusleben von Jérôme

Eine Legende besagt, dass Jérôme regelmäßig im Marmorbad ein Rotwein-, Milch- oder Bouillonbad genommen habe, oder dass seine Kutsche mit weißen Hirschen gespannt worden sei.
Zuerst wohnte er im Landgrafenschloss. Dort war es ihm allerdings zu kalt, sodass er eine Kupferrohrheizung einbauen ließ. Diese wurde jedoch bald zu heiß und das Schloss brannte ab. So musste er nach Wilhelmshöhe ziehen. Doch nun hatte er einen weiten Weg zum Staatstheater, weil er dazu keine Lust hatte, baute er sich das Ballhaus, das direkt vor seiner Residenz liegt.
Er war der erste Herrscher, der das Theater mit Steuereinnahmen unterstützte.