Jérôme und Elizabeth waren nicht die einzigen:

Nein, das waren sie in der Tat nicht, denn sowohl ihre Nachkommen als auch andere Mitglieder der Bonapartesippe siedelten über in das entfernte Amerika.

Beispielsweise Jérôme Napoléon kam am 05.11.1830 als Sohn von Jérôme Napoléon Bonaparte-Patterson und dessen Frau Susan May Williams in Baltimore zur Welt.

Er startete seine Karriere 1852 an der renomierten Militärakademie West Point und konnte dort durch Namen, aber auch besondere strategische Fähigkeiten überzeugen. Er meldete sich bei der US-Armee in Texas, um nach zwei Jahren, 1854, der französischen Armee im Krim-Krieg und später auch in Algerien seine seine Dienste zu erweisen.
Es folgten die Teilnahme an der Schlacht bei Balaklawa (in der heutigen Ukraine), im Zuge derer er Auszeichnungen von drei Herrschern bekam.
Von nun an war ihm der Weg zu einer großen Karriere geebnet. Nach einem Fronteinsatz 1867 in der Italienischen Kampagne bei Solferino, südlich des Gardasees, wurde er drei Jahre später zur persönlichen Leibwache der Kaiserin ernannt und war somit für den Schutz einer der wichtigsten Persönlichkeiten der High-Society des Adels verantwortlich und schaffte es sogar, den Stand als Kommandeur der Tuileries (dem damaligen Stadtschloss in Paris) zu erlangen.
Doch mit dem Untergang des Zweiten Empires zog es Jérôme Napoléon 1870 vor, zurück in die USA zu kehren und dort, zum Ärger von Großmutter Elizabeth Patterson, die Amerikanerin Caroline Appleton, deren Vater Daniel Webster bis heute noch durch sein Wörterbuch "Webster´s Dictionary" populär ist, zu ehelichen.
Doch lang hielt es die Frischvermählten nicht in den Vereinigten Staaten und so zogen zurück nach Europa, nach Paris, wo auch die beiden Kinder, Louise-Eugenié und Jérôme Napoléon, das Licht der Welt erblicken. Die Familie verweilte dort bis zu Jérôme Napoléons endgültigen Entscheidung, den Lebensabend in den USA ausklingen zu lassen.
Er vestirbt am 03.09.1893 in Massachusetts.

Der schon oben genannte Sohn, der den Namen seines (Groß-)Vaters Jérôme Napoléon trägt und 1878 in Paris geboren wurde, beschloss bereits früh, aus seinem geachteten Namen Nutzen zu ziehen.
Er führte sein Leben als Dandy, Bonvivant und reiste rast- und ziellos durch die ganzen Welt, immer auf der Suche nach Festen und Vergnügungen. Er ist schier süchtig nach Aufmerksamkeit und Wirbel um seine Person, sodass er auch 1914 nicht vor einer Heirat mit der bereits geschiedenen, was damals verpönnt war, Blanche Pierce Steinberg zurückscheute.
Doch der lockere Lebenswandel zeigt ab 1921 seine Schattenseite in Form von immer häufiger auftretender, langjähriger gesundheitlicher Probleme, welche für Jérôme Napoléon 1945 mit seinem Tod in New York enden.